Festungsgefangene Peitz

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Die bisherige Recherche des Autors in verschiedenen Archiven ergab über 50 Festungsgefangene, die in der ehemaligen Festung Peitz ihre Strafe absitzen mussten. Unter den Gefangenen gab es "normale" Leute, aber auch einige Staatsgefangene, die aus politischen Gründen inhaftiert wurden. Die nachfolgende, chronologisch geordnete Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Inhaftierungszeiten beziehen sich auf Peitz. Vorherige bzw. nachherige Haftzeiten in anderen Gefängnissen sind nicht enthalten. Oft fehlen in den Archivquellen auch einige Angaben, besonders dann, wenn Gefangene aus anderen Gefängnissen umverlegt wurden. In Klammern stehende Angaben wurden berechnet bzw. geschätzt.

Es ist nicht genau bekannt, wo sich das Gefängnis in der Festung Peitz befand. Es kann aber angenommen werden, dass die Gefangenen in den Kasematten der Zitadelle eingesperrt waren.

Haftbeginn Haftende Haftdauer Name Ort Haftgrund
17. Jahrhundert
01.01.1632     Sohn des H. von TSCHIRNHAUSEN   aus Sicherheitsgründen
14.11.1635     Zeugwärter Martin FLEMING Peitz wegen Diebstahl aus den Kisten der Gebrüder OPPEN
1663 04.09.1679 16 J. Schöppenmeister Hieronymus ROTH Königsberg Staatsgefangener, Oppositionsführer gegen Kurfürst Friedrich Wilhelm, verstarb während der Haft, weiteres ist hier zu finden
18.09.1668 (Sep. 1670) 2 J. Marti POY Falckenhagen  
1674 1676 2 J. Johann BRURIGKE Cottbus wegen Diebstahl
15.06.1675 24.07.1675 1 M. Oberst Bernt Christian WANGELIN Schweden Er geriet in Rathenow in Kriegsgefangenschaft und wurde in Peitz inhaftiert. Einen 4-wöchigen "Freigang" nutzte der Gefangene zur Flucht. Ein Jahr später wurde er bei dem Versuch, das Land per Schiff zu verlassen, wieder aufgegriffen.
05.07.1676 29.12.1676 5 M. Oberst Bernt Christian WANGELIN Schweden Am 15.06.1676 wurde durch die kurfürstliche Fregatte "Berlin" die schwedische Galiot "Maria" gekapert. Unter den Passagieren befand sich Oberst Bernt Christian Wangelin, der ein Jahr zuvor von der Festung Peitz geflohen war.
23.06.1679 (Dez. 1679) 6 M. Amtsschäfer Tiel HENNING Stansdorf wegen Betrug und Diebstahl
27.11.1679 (Nov. 1684) 5 J. Schäferknecht Greger MALLICH Stansdorf  
18.05.1681     Sohn des Adrian CHAMBACH   unbekannt, soll entlassen werden
07.04.1683 (Apr. 1686) 3 J. Michel TISCHMANN   wegen Diebstahl
07.04.1683 (Juli 1683) 3 M. Thomas WEINIKE   wegen Diebstahl
28.08.1683     Apothekergeselle Eliaß    
26.09.1683     Moses Benjamin WOLFF wahrscheinlich aus Potsdam WOLFF war ein Jude, zum Grund seiner Inhaftierung ist nicht bekannt
23.04.1689     George KUBA   wegen Ungehorsam
11.09.1689 (Sep. 1692) 3 J. Matthias PRÜFER Crämersborn wegen Diebstahl
19.04.1690     Matthes GAINS    
13.12.1692     Sohn des Martin Christian BENECK    
16.05.1693     Sohn des Adrian CHAMBACH    
30.08.1693 08.12.1696 3 J. Adolph ZIMMERMANN    
13.07.1694 (Jul. 1695) 1 J. Amtsknecht David REICH Rüdersdorf wegen Mord und Diebstahl, hat die Tortur überstanden
27.07.1694 30.03.1696 2 J. Hans BURICKE Cottbus, Sandower Vorstadt wegen 2 Diebstählen
28.01.1695 (Jul. 1695) 6 M. Hans LAUCKE   wegen Tod eines Bauernjungen
28.01.1695   bis auf weiteres Frantz Ehrentreich von GERSDORF   Wahrscheinlich als "erzieherische Maßnahme" des Vaters gegenüber dem ungeratenen Sohn, den hierzu steht: "dieser böse Sohn sein leben bishero gantz liederlich und gottlos geführet, und damit ferneres Unheil verhütet werden, diesem Suchen in gnd stat geben"
02.08.1697 (Aug. 1698) 1 J. Hans Balthasar MORGENROTH Krossen wegen Diebstahl
13.11.1697     Martin KALCKREUTER Krossen unbekannt, verurteilt zum Kugelschleifen
21.12.1697     Gottfried GENRICH Friedrichswalde wegen Diebstahl
02.04.1698 30.11.1707 9 J. Minister Eberhard von DANCKELMANN Berlin Staatsgefangener, war beim König in Ungnade gefallen und wurde u.a. wegen "Vetternwirtschaft" verurteilt. Mehr dazu ist hier zu finden.
24.04.1698 25.02.1699 10 M. Hans BRESKE    
29.08.1699     Ehefrau des Kriegskommissars August EHRENFRIED    
18. Jahrhundert
05.04.1700     Leutnant von ARNOLD   wegen Melancholie
24.02.1701     Wilhelm KRÜGER    
26.03.1705     Leutnant Hans August von BUCHNER Radensdorf wegen Verwirrtheit und Aggresivität
1705 1707 2 J. Zeugwärter RAUTENBACH   unbekannt, ihm gelang im Jahr 1707 die Flucht aus der Festung
03.11.1707     Johann BRURIGKE Cottbus, Vorstadt Brunswig wegen Diebstahl und gebrochener Urfehde
04.02.1708     Levin SALOMON   wegen Geldschulden
11.02.1708 01.08.1709 1 J. 5 M. Oberst Johann Sigismund von SCHLUND   Er war Kommandeur der preußischen Artillerie und wurde wegen Spionage verurteilt.
04.12.1708 1712 4 J. Geheimrat Friederich von HAMRATH   Staatsgefangener, u.a. wegen "Schlamperei" im Amt. Hamrath hatte auswärtige Bittsteller wochenlang auf eine Entscheidung warten lassen; schriftliche Bittgesuche stapelten sich zu Tausenden unbearbeitet in seinen Räumen. Dafür gab es damals noch Festungshaft.
08.10.1711     Martin KLEM   unbekannt, Er sitzt 4 Jahre über die Zeit in Haft. Man hatte seine Entlassung wohl "vergessen".
08.10.1711 (1716) 15 J. Student SCHÖNBERG    
23.01.1713     Tuchmacher Jakob JEDICKE Cottbus Festungshaft bis er den Schaden abgearbeitet oder bezahlt hat
06.11.1714     Albert Friedrich FRITZE (Peitz) wegen liederlichen Lebenswandel, Misshandlung der Frau u. der Kinder sowie versuchtem Selbstmord. Er war der Schwiegersohn des Peitzer Bürgermeisters LIPPIO
18.02.1721     Friedrich SCHMIDT    
06.03.1721     THIBAUS ?    
22.01.1722     von LIST Driesenitz wegen Entführung und Hurerei
13.05.1724     Hanß PETERCHEN    
26.03.1725     Carl Lossel von LIET    
09.03.1729 (Sep. 1729) 6 M. Barthel RINTSCH Lindenberg wegen gefährlicher Reden u. Drohungen
07.05.1731 (Nov. 1731) 6 M. Schuster Christoph KLEM Krossen wegen verübter Grausamkeit an seiner Frau
20.05.1736     Leutnant von BEVILLE   wegen eigenartigem Verhalten
19.02.1739 15.07.1739 5 M. Matthias LORENZ Cunserdorf wegen Diebstahl, saß in der Festung in Haft obwohl für die Tat nur Gefängnisstrafe üblich gewesen wäre
04.01.1740     Georg Wilhelm HARRAS Berlin  
10.09.1755 27.08.1758 3 J. von SCHMETTAU   wegen Verwirrtheit

© Christoph Malcherowitz     letzte Änderung 16.12.2007