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Mit Hilfe von GIS-Technologien wurde ein interaktiver Festungsplan erzeugt. Dieser enthält die wesentlichen Festungsbestandteile um 1750. Die heutige Bebauungssituation kann hinzugeblendet werden. Es stehen verschiedene Navigationswerkzeuge zur Verfügung. Weiterhin können bestimmte Detailinformationen abgerufen werden. Die nachfolgenden beiden Links führen jeweils zu einer reinen HTML-Lösung und zu einer SVG-Lösung. Inhaltlich sind beide Lösungen in etwa gleich. Die HTML-Lösung bietet einen zusätzlichen Abfragemanager für Sachinformationen. Einige Internet-Browser benötigen ein zusätzliches, kostenloses Plugin für die SVG-Funktionalität. Dieses Plugin kann z.B. bei Adobe unter der Adresse http://www.adobe.com/svg/viewer/install/ geladen werden.

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Bauwerke der Festung

Artillerieoffiziershaus

Das ehemalige Artillerieoffiziershaus befand sich an der östlichen Seite des heutigen Lutherplatzes und lag zwischen der Windmühlenbastei und dem Neuen Werk direkt an der Wallkante. Es wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts auf Kosten des Kurfürsten erbaut, der es dem damaligen Peitzer Artilleriehauptmann als Wohnung zuwies. Ob es sich bei diesem Artilleriehauptmann um den damaligen Hauptmann MANN handelte, der 1681 in Peitz diente, konnte noch nicht abschließend geklärt werden, scheint aber sehr wahrscheinlich zu sein.

Das Gebäude hatte eine Gesamtlänge von 40 Fuß (12,8 m) und war 20 Fuß (6,4 m) breit. Das Haus war "höltzern und mit Steinen gefacht" und hatte im Jahr 1752 einen Gesamtwert von 210 Reichstalern. Im Erdgeschoß befanden sich 2 Stuben sowie eine weitere Stube unter dem Dach.

Im Jahr 1752 bewohnte der Zeugleutnant BÖTTCHER dieses Haus. Da es sehr baufällig war und dadurch der Fortifications - Bau - Kasse erhebliche Kosten durch die Instandsetzung entstanden wären, bat BÖTTCHER in einer Eingabe an König Friedrich II., ihm dieses Gebäude "erb- und eigentümlich" zu überlassen. Er bot an, das Haus auf seine Kosten wieder instand zu setzen und die erforderlichen bürgerlichen Abgaben, die künftig auf diesem Haus lasten würden, abzuführen. Am 24. Januar 1753 wies König Friedrich II. das General-, Ober-, Finanz-, Kriegs- und Domänendirektorium in Berlin an, dem Zeugleutnant das Haus in erblicher Verschreibung zu überlassen. Böttcher entrichtete am 07. April 1753 vier Taler zwölf Groschen als Stempelgeld und war somit nun Eigentümer des Artillerieroffiershauses.
Festungsturm / Dicker Turm

Der 36,20 Meter hohe Festungsturm mit seinen bis zu 6,22 Meter dicken Außenmauern ist das älteste Bauwerk der Stadt Peitz. Er ist neben dem Rest der Malzhausbastei der letzte monumentale Zeuge der ehemaligen Grenzfestung Peitz. Im Kern des Turms ist ein Teil des ehemaligen gotischen Bergfrieds der Peitzer Burg aus dem 13. Jahrhundert enthalten.

Seine heutige Form erhielt er in der Festungsbauzeit von 1559 - 1562, die sein Aussehen total veränderte. An den ursprünglichen Burgturm wurden 2,5 - 3 Meter dicke Mauern angesetzt und alle Geschosse wurden mit Tonnengewölben versehen. Auf die Turmspitze wurde eine Geschützplattform mit breiten Schießscharten aufgesetzt, die wahrscheinlich damals schon aus Witterungsgründen mit einem Dachreiter versehen war. An seine westliche und südliche Seite wurden das Kommandantenhaus und die Kurfürstlichen Gemächer angebaut. Zwischen den Kurfürstlichen Gemächern und dem Dicken Turm wurde eine Wallauffahrt in Form eines Tonnengewölbes eingefügt, um die östlichen Wallteile begehen zu können. Die Wallauffahrt ist heute noch im Turm zu sehen.

Die ehemalige im Dachreiter vorhandene Turmuhr wurde im 19. Jahrhundert nach Cottbus verkauft und kann heute wieder am Spremberger Turm in Cottbus bestaunt werden.
Gouverneurs-Logement

Das Gouverneurs-Logement wurde als massives zweigeschoßiges Haus mit Ziegeldach neben dem Torhaus auf der Zeughausbastei errichtet. Es diente den jeweiligen Festungsgouverneuren mit ihren Bediensteten als Wohnhaus. Da es direkt an die Wallkante gebaut wurde und somit die dort vorhandenen Schießscharten durch diesen Bau nutzlos wurden, dürfte dies ein Indiz dafür sein, dass das Gebäude in den ursprünglichen Planungen so nicht vorgesehen war.

Im Jahre 1698 erhielt das Gebäude im Rahmen von größeren Umbaumaßnahmen einen Erker in Richtung Norden, welcher über einer Schießscharte errichtet wurde.
Hölzerne Baracken

Die hölzernen Baracken stammen wahrscheinlich aus dem Jahr 1641. Der damalige Peitzer Gouverneur, Georg Friedrich von Trott, regte in einem Schreiben vom 12. Juli 1641 an den Kurfürst den Bau der Baracken an. Damals tobte der 30 - jährige Krieg in Deutschland und die Baracken sollten als Unterkünfte für die hier in Peitz stationierten Soldaten und arme Stadtleute dienen. Ob sie im gleichen Jahr oder erst später erbaut worden sind ist nicht ganz klar. Sicher ist jedoch, dass sie gebaut wurden wie die späteren Festungspläne zeigen. So z.B. der Lorchplan der wahrscheinlich um 1690 entstanden ist, der diese hölznernen Baracken zeigt.
Kommandantenhaus

Das Kommandantenhaus wurde als teilmassives Renaissancehaus mit Ziegeldach auf der Zeughausbastei errichtet. Es grenzte im Osten an den Festungsturm. Reste des Gebäudes sind noch heute noch an der Westfassade des Festungsturms erkennbar. Zum Paradeplatz der Oberfestung wurde es durch eine überdachte Galerie begrenzt. Es enthielt wie die Kurfürstlichen Gemächer zwei Lagerböden über den eigentlichen Räumen, welche durch Dachgauben belüftet werden konnten.

Das Kommandantenhaus diente dem jeweiligen Festungskommandanten als Wohnhaus und Befehlsstand.
Kurfürstliche Gemächer

Die Kurfürstlichen Gemächer wurden im Rahmen der Errichtung der Renaissancefestung im Stil der damaligen Zeit erbaut. Giebelreste des Gebäudes sind an der Südfassade des Festungsturms noch heute erkennbar. Wie das Kommandantenhaus hatten die Kurfürstlichen Gemächer eine überdachte Galerie auf der Seite des Paradeplatzes. Die gesamte Rückfront des Gebäudes wurde durch die Erdwerke der Bastei an der Stadtseite begrenzt.

Von den vorhandenen Wohnräumen ist als einziges die sogenannte "Tafelstube" überliefert. Weilte der Kurfürst oder König mit seinem Gefolge in der Festung, diente ihnen dieser Flügel als Wohnort. Mit Genehmigung des Kurfürsten wurden hier auch Hochzeiten adliger Familien abgehalten, sowie die verstorbenen Gouverneure der Peitzer Festung aufgebahrt. Weiterhin dienten die Kurfürstlichen Gemächer in Kriegszeiten vertriebenen oder geflohenen Adligen vorübergehend als Wohnstätte.

Noch im Jahr 1806 waren die Kurfürstlichen Gemächer als Gebäude nachweisbar.
Mühlenbastei

Die Mühlenbastei wurde bereits in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts als massiver Backsteinbau errichtet, erhielt aber erst später, durch die im 17. Jahrhundert auf ihr erbauten Windmühle, ihren eigentlichen Namen. Bereits 1700 scheint diese Windmühle nicht mehr zu existieren.

Die Mühlenbastei hatte eine Gesamtlänge von ca. 64 Metern. Von der Stadtseite gelangte man durch eine Tür in den langen Gang der auf den davor gelegenen Cottbuser Stand führte.

Die auf der Mühlenbastei vorhandene Geschützplattform diente als überhöhte Geschützstellung für die Artillerie. Von hier konnte das Glacis durch die Festungsartillerie beschossen werden und somit ein Annähern des Feindes auf der Dammzollstraße verhindert werden.
Pferdestall (Marstall)

Der Pferdestall (auch Marstall genannt) ist bereits im ältesten Plan der Festung Peitz (Lynarplan, um 1590) als Gewölbe eingezeichnet. Wie der Name Marstall schon ausdrückt, sollten in ihm die Reit- und Reisepferde des Kurfürsten oder Königs und seines Gefolges untergebracht werden, wenn dieser hohe Besuch in der Festung weilte. Ebenso beherbergte er die Pferde der Festungsgouverneure und -kommandanten. Der Pferdestall hatte 2 Eingänge, die auf den Paradeplatz führten. Über dem Pferdestall befanden sich auf 3 Etagen unterschiedlich große Lagerböden für Heu, Hafer und Stroh.

Während der schwedischen Besetzung des Cottbuser Kreises im 30-jährigen Krieg waren eine Zeitlang 50 Dragoner in der Festung stationiert.
Torhaus der Zitadelle

Das Torhaus befand sich direkt über dem Toreingang der Oberfestung (Zitadelle). Es beherbergte ursprünglich den Torwächter und die Torwachen, die vom Torhaus direkt zum Tor hinabsteigen konnten. Der Torwächter hatte das Tor zu den jeweilig festgelegten Zeiten zu öffnen und zu schließen.

Die Tordurchfahrt verlief nicht gerade, sondern von Nord nach Süd geknickt um im Kriegsfall einen direkten Durchschuß zur Zitadelle zu verhindern. Die Gesamtlänge des Torhauses betrug über 23 Meter.
Wache der Oberfestung (Garde du Corps)

Dies war ein Fachwerkhaus mit Ziegeldach. Es wurde erstmalig in den "Bawe Rechnunge auff Churf: G. Vhesten Peitz vonn Lucia, Ao 1595 Biß auf Lucia, Ao 96 Jars" erwähnt. Es beherbergte das Wachlokal der Soldaten der Oberfestung.

Von hier rückten die Soldaten zu festgelegten Zeiten zur Tor- und Wallwache aus. Durch einen Ausgang im Dach konnten die Soldaten direkt auf den Festungswall gelangen und brauchten nicht den langen Weg über die Wallauffahrt zurücklegen.

© Dr.-Ing. Frank Knorr     letzte Änderung 07.10.2007